Märkte verschieben die Gewichtung eines Portfolios ständig. Ohne regelmäßiges Rebalancing steigt das Risiko unbemerkt. Dieses Memo erklärt die gängigen Methoden, zeigt ihre Vor- und Nachteile und beschreibt, wie sich Rebalancing kostengünstig und steuerlich effizient umsetzen lässt.
Ein Portfolio, das mit einer klaren Aufteilung zwischen Aktien, Anleihen und weiteren Anlageklassen startet, verändert sich mit der Zeit von selbst. Steigen Aktien stark, nimmt ihr Anteil zu und mit ihm das Gesamtrisiko. Ohne Gegensteuern trägt ein Anleger nach einigen Jahren oft deutlich mehr Risiko, als er ursprünglich wollte.
Das Portfolio wird in festen Abständen, etwa einmal jährlich, auf die Zielgewichtung zurückgeführt. Die Methode ist einfach und gut planbar, reagiert aber nicht auf große Marktbewegungen zwischen den Terminen.
Umgeschichtet wird erst, wenn eine Anlageklasse um eine festgelegte Bandbreite von ihrer Zielgewichtung abweicht, zum Beispiel um fünf Prozentpunkte. So wird nur gehandelt, wenn es wirklich nötig ist.
Das Portfolio wird zu festen Terminen geprüft, aber nur dann angepasst, wenn die Abweichung eine Schwelle überschreitet. Dieser Ansatz verbindet Planbarkeit mit geringen Transaktionskosten.
Rebalancing zwingt dazu, nach Anstiegen Gewinne mitzunehmen und nach Rückgängen nachzukaufen. Damit wirkt es dem typischen Anlegerverhalten entgegen, Gewinnern hinterherzulaufen und in Krisen zu verkaufen. Der größte Nutzen liegt dabei in der Risikokontrolle, weniger in einer garantierten Mehrrendite.
Eine klare, vorab festgelegte Regel ist wichtiger als die Wahl der perfekten Methode. Wer diszipliniert umschichtet, hält sein Risiko im Griff und trifft Entscheidungen weniger aus dem Bauch heraus.
Hinweis: Dieses Memo dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.